
San Keller
Gutstrasse 89
8055 Zürich
+41 79 542 49 67
email
Zeichnungen Rosalie Schweiker
Text C.E. Meier
Design Kathi Rüll
Haftungsausschluss
Der Autor übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Genauigkeit, Aktualität, Zuverlässigkeit und Vollständigkeit der Informationen.
Haftungsansprüche gegen den Autor wegen Schäden materieller oder immaterieller Art, die aus dem Zugriff oder der Nutzung bzw. Nichtnutzung der veröffentlichten Informationen, durch Missbrauch der Verbindung oder durch technische Störungen entstanden sind, werden ausgeschlossen.
Alle Angebote sind freibleibend. Der Autor behält es sich ausdrücklich vor, Teile der Seiten oder das gesamte Angebot ohne gesonderte Ankündigung zu verändern, zu ergänzen, zu löschen oder die Veröffentlichung zeitweise oder endgültig einzustellen.
Haftungsausschluss für Inhalte und Links
Verweise und Links auf Webseiten Dritter liegen ausserhalb unseres Verantwortungsbereichs. Es wird jegliche Verantwortung für solche Webseiten abgelehnt. Der Zugriff und die Nutzung solcher Webseiten erfolgen auf eigene Gefahr der jeweiligen Nutzer*in.
Urheberrechtserklärung
Die Urheber- und alle anderen Rechte an Inhalten, Bildern, Fotos oder anderen Dateien auf dieser Website, gehören ausschliesslich San Keller oder den speziell genannten Rechteinhaber*innen. Für die Reproduktion jeglicher Elemente ist die schriftliche Zustimmung des Urheberrechtsträgers im Voraus einzuholen.
San Keller
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San Keller
San initiiert partizipative Projekte und Performances als experimentelle Gesellschaftsspiele zwischen Kunst und Alltag. Die Arbeit entsteht in konkreten Situationen und durch verschiedene, gleichzeitig wirksame Rollen: Antragstellerin, Administratorin, Initiantin, Organisatorin, Kunstschaffender, Kuratorin, Mentorin, Vorgesetzter u.a.
Ein frühes Projekt ist Museum San Keller (2008). San erklärte das eigene Elternhaus — die Wohnung, in der San aufgewachsen ist — zum Museum. Die Eltern übernahmen Direktion und Kuratierung und vermittelten Sans Arbeit im häuslichen Kontext. Herkunft, Fürsorge und institutionelle Rollen wurden nicht dargestellt, sondern praktisch neu verteilt.
Gearbeitet wird in Echtzeit. Die zeitlichen Rahmen ergeben sich aus Arbeits- und Lebensrhythmen: eine schlaflose Nacht, ein Acht-Stunden-Arbeitstag, 24 Stunden, eine Woche, ein Monat, ein Anstellungsvertrag über ein Jahr. Die 24 Stunden bilden ein wiederkehrendes Zeitmass, in dem sich Alltag, Arbeit und Institution überlagern.
In diesem Rahmen wird künstlerische Arbeit als Dienstleistung organisiert und als Spiel angeboten. Ein Angebot wird formuliert, kommuniziert und beworben, angenommen oder ignoriert, umgesetzt und ausgewertet. Die Auswertung — etwa im Projekt San Tarot — gehört zur Arbeit und schafft Verantwortung, Reflexion und Kontinuität.
Das Spiel beginnt mit einfachen Regeln, Zeit und Präsenz. Teilnahme ist möglich, nicht vorausgesetzt. Humor schafft Nähe und Distanz zugleich.
Die Projekte entstehen im Gebrauch und wirken über den Moment hinaus in den Alltag zurück — als Nachhall, als Irritation, als veränderte Wahrnehmung von Arbeit, Beziehung und Teilhabe.
San initiates participatory projects and performances as experimental social games between everyday life and institutional contexts. The work emerges in concrete situations and through different roles acting at the same time: applicant, administrator, initiator, organiser, artist, curator, mentor, supervisor, among others.
An early project is Museum San Keller (2008). San declared the family home — the apartment where San grew up — a museum. The parents assumed the roles of director and curator and mediated San’s work within the domestic setting. Origin, care, and institutional roles were not represented, but practically reassigned.
The work takes place in real time. Its temporal frames follow rhythms of living and working: a sleepless night, an eight-hour workday, 24 hours, a week, a month, an employment contract lasting a year. The 24 hours form a recurring measure in which everyday life, labour, and institutions overlap.
Within this framework, the work is organised as a service and offered as a game. An offer is formulated, communicated, and circulated; accepted or ignored; carried out and reflected upon. Reflection — as in the project San Tarot — is part of the work and enables responsibility, continuity, and awareness.
The game begins with simple rules, time, and presence. Participation is possible, not required. Humour creates proximity and distance at once.
The projects emerge in use and extend beyond the moment into everyday life — as resonance, as irritation, as a shift in how work, relationships, and participation can be perceived.
San Keller
San initiiert partizipative Projekte und Performances als experimentelle Gesellschaftsspiele zwischen Kunst und Alltag. Die Arbeit entsteht in konkreten Situationen und durch verschiedene, gleichzeitig wirksame Rollen: Antragstellerin, Administratorin, Initiantin, Organisatorin, Kunstschaffender, Kuratorin, Mentorin, Vorgesetzter u.a.
Ein frühes Projekt ist Museum San Keller (2008). San erklärte das eigene Elternhaus — die Wohnung, in der San aufgewachsen ist — zum Museum. Die Eltern übernahmen Direktion und Kuratierung und vermittelten Sans Arbeit im häuslichen Kontext. Herkunft, Fürsorge und institutionelle Rollen wurden nicht dargestellt, sondern praktisch neu verteilt.
Gearbeitet wird in Echtzeit. Die zeitlichen Rahmen ergeben sich aus Arbeits- und Lebensrhythmen: eine schlaflose Nacht, ein Acht-Stunden-Arbeitstag, 24 Stunden, eine Woche, ein Monat, ein Anstellungsvertrag über ein Jahr. Die 24 Stunden bilden ein wiederkehrendes Zeitmass, in dem sich Alltag, Arbeit und Institution überlagern.
In diesem Rahmen wird künstlerische Arbeit als Dienstleistung organisiert und als Spiel angeboten. Ein Angebot wird formuliert, kommuniziert und beworben, angenommen oder ignoriert, umgesetzt und ausgewertet. Die Auswertung — etwa im Projekt San Tarot — gehört zur Arbeit und schafft Verantwortung, Reflexion und Kontinuität.
Das Spiel beginnt mit einfachen Regeln, Zeit und Präsenz. Teilnahme ist möglich, nicht vorausgesetzt. Humor schafft Nähe und Distanz zugleich.
Die Projekte entstehen im Gebrauch und wirken über den Moment hinaus in den Alltag zurück — als Nachhall, als Irritation, als veränderte Wahrnehmung von Arbeit, Beziehung und Teilhabe.
San initiates participatory projects and performances as experimental social games between everyday life and institutional contexts. The work emerges in concrete situations and through different roles acting at the same time: applicant, administrator, initiator, organiser, artist, curator, mentor, supervisor, among others.
An early project is Museum San Keller (2008). San declared the family home — the apartment where San grew up — a museum. The parents assumed the roles of director and curator and mediated San’s work within the domestic setting. Origin, care, and institutional roles were not represented, but practically reassigned.
The work takes place in real time. Its temporal frames follow rhythms of living and working: a sleepless night, an eight-hour workday, 24 hours, a week, a month, an employment contract lasting a year. The 24 hours form a recurring measure in which everyday life, labour, and institutions overlap.
Within this framework, the work is organised as a service and offered as a game. An offer is formulated, communicated, and circulated; accepted or ignored; carried out and reflected upon. Reflection — as in the project San Tarot — is part of the work and enables responsibility, continuity, and awareness.
The game begins with simple rules, time, and presence. Participation is possible, not required. Humour creates proximity and distance at once.
The projects emerge in use and extend beyond the moment into everyday life — as resonance, as irritation, as a shift in how work, relationships, and participation can be perceived.
Glacekarte — Eislauf
Heute im Angebot:
«Im Raum kosten wir die Zeit».
Es schmilzt. Ein Schleck zu spät. Ein Tropf aufs Bein.
Situationen zur Auswahl:
schauen, wählen, weitergehen.
Nichts oder etwas – was?
Die Angebote verändern sich mit jedem Zugriff.
Wer wählt, nimmt teil.
Wer nicht wählt, nimmt auch teil –
anders. Ganz egal.
Die Projekte entstehen
für, durch und im Gebrauch.
Im Gehen.
Im Teilen.
Im Entscheiden.
Die Orte sind Orte und Worte:
Wege, Landschaften,
Wohnungen, Institutionen.
Beziehungen bilden sich,
lösen sich,
nehmen kulinarische Form an.
Neuer Geschmack, neue Textur.
Ein Teil wirkt vor hier.
Ein Teil wirkt weiter.
Nicht alles braucht Anwesenheit.
Angebot und Nutzung
teilen einen Moment von Distribution.
Manches schmilzt schnell.
Manches entfaltet seinen Geschmack
im Jetzt –
oder ein Jetzt später.
Ice-cream menu — Running ice
Today’s offer:
“In space, we taste time.”
It melts. One lick too late. A drop on the leg.
Situations to choose from:
look, choose, move on.
Nothing or something — what?
The offers change with every engagement.
Who chooses participates.
Who does not choose also participates —
differently. Either way.
The projects emerge
for, through, and in being used.
While moving.
While sharing.
While deciding.
Places are places, and they are words:
paths, landscapes,
apartments, institutions.
Relationships form,
dissolve,
take on a culinary shape.
New taste, new texture.
Part of it unfolds here.
Part of it carries on.
Not everything requires presence.
Offer and use
share a moment of distribution.
Some things melt quickly.
Some unfold their taste
in the now —
or a later now.
Glacekarte — Eislauf
Heute im Angebot:
«Im Raum kosten wir die Zeit».
Es schmilzt. Ein Schleck zu spät. Ein Tropf aufs Bein.
Situationen zur Auswahl:
schauen, wählen, weitergehen.
Nichts oder etwas – was?
Die Angebote verändern sich mit jedem Zugriff.
Wer wählt, nimmt teil.
Wer nicht wählt, nimmt auch teil –
anders. Ganz egal.
Die Projekte entstehen
für, durch und im Gebrauch.
Im Gehen.
Im Teilen.
Im Entscheiden.
Die Orte sind Orte und Worte:
Wege, Landschaften,
Wohnungen, Institutionen.
Beziehungen bilden sich,
lösen sich,
nehmen kulinarische Form an.
Neuer Geschmack, neue Textur.
Ein Teil wirkt vor hier.
Ein Teil wirkt weiter.
Nicht alles braucht Anwesenheit.
Angebot und Nutzung
teilen einen Moment von Distribution.
Manches schmilzt schnell.
Manches entfaltet seinen Geschmack
im Jetzt –
oder ein Jetzt später.
Ice-cream menu — Running ice
Today’s offer:
“In space, we taste time.”
It melts. One lick too late. A drop on the leg.
Situations to choose from:
look, choose, move on.
Nothing or something — what?
The offers change with every engagement.
Who chooses participates.
Who does not choose also participates —
differently. Either way.
The projects emerge
for, through, and in being used.
While moving.
While sharing.
While deciding.
Places are places, and they are words:
paths, landscapes,
apartments, institutions.
Relationships form,
dissolve,
take on a culinary shape.
New taste, new texture.
Part of it unfolds here.
Part of it carries on.
Not everything requires presence.
Offer and use
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Some things melt quickly.
Some unfold their taste
in the now —
or a later now.